Jan 292020
 

Nicolas Zippan / Luca Kasnya gewannen Berlin-Cup

Sein schönstes Geburtstagsgeschenk hat sich Radrenner Nicolas Zippan vom RSV 93 Königs Wusterhausen mit dem Sieg beim Rahmenwettbewerb der 109. Berliner Six Days vorzeitig selbst bereitet. Der sympathische Nachwuchsfahrer vollendete am gestrigen Dienstag sein 16. Lebensjahr.

An drei Abenden wurde der internationale „Berlin-Cup“ in verschiedenen Disziplinen für Nachwuchsmannschaften mit durchgehender Wertung ausgetragen, bevor der jeweilige Startschuß für die Sechstage-Profis ertönte.

Nicolas Zippan ging mit seinem Partner Luca Kasnya vom Team RSV HOEB.ike (Sachsen) in der Jugendklasse U17 schon als heißer Mitfavorit an den Start. Es wurden jeweils ein Punktefahren über 40 Runden, 20 Runden für jeden Partner, sowie das Madison über 20 Minuten gefahren.

Bereits nach dem ersten Punktefahren führte das Favoriten-Doppel nach Punkten. Schärfste Konkurrenten waren dabei der Cottbuser Jonas Reibsch, mehrfacher Deutscher Meister, mit seinem Partner Louis Leidert vom RSV Seeheim 1971 (Hessen), sowie die Dänen Haugsted/Nielsen.

Der zweite Starter vom RSV 93, Adrian Püschel, lag mit seinem dänischen Partner August Birk Hundt am ersten Tag hoffnungsvoll noch auf Platz 4, wobei „Adi“ auch wieder seine schnellen Beine im Kampf um Wertungspunkte wirbeln ließ.

Zippan/Kasnya hatten beim ersten Madison-Wettbewerb am Donnerstag als neue Kombination noch einige Abstimmungsprobleme, die leider fünf Runden vor Schluß zum Sturz von Zippan führten. Glücklicherweise aber ohne größere Folgen. Trainer und Vater Michael Zippans Kurz-Kommentar: „Nur bissel Tapete ab, leichte Prellungen an Hüfte und Ellenbogen, passiert halt mal“.

Beide Fahrer analysierten dann gemeinsam und kameradschaftlich mit ihrem Trainer dieses Mißgeschick. Abends daheim wurde Nicolas von Mutter Angela als erfahrene Physiotherapeutin körperlich und seelisch wieder „auf Kurs“ gebracht.

Das alles zahlte sich am nächsten Tag aus. Beide fuhren fast wie ausgewechselt und bestimmten abwechselnd vorn die Wertungen mit. Damit bauten sie ihren Punktevorsprung konsequent aus. Reibsch/Leidert blieben immer auf den Fersen, wenn auch mit deutlichem Abstand.

Absoluter Höhepunkt dann der Samstag als letzter Tag. Das Madison der U17 war zeitlich unmittelbar vor den Profirennen gelegt. Das Velodrom war so gut wie ausverkauft. Sprecher Robert Bengsch von Eurosport, der ein Faible für den Nachwuchssport hat, heizte die Stimmung kräftig an.

Die beiden Favoriten mußten jetzt nur darauf achten, daß kein Sturz mehr passiert und niemand dem Feld entwischt und damit einen Rundenvorsprung herausfährt. Dann wäre es problematisch geworden. Nach Punkten waren sie nicht mehr einzuholen. Aber beide beherrschten die Konkurrenz souverän und verteidigten ihren Vorsprung bis ins Ziel. Das Publikum, unter ihnen zahlreiche RSV-Mitglieder, feierte die letzten Runden frenetisch und trugen Nicolas Zippan und Luca Kasnya förmlich zum Sieg. Sichtlich erleichtert und überaus strahlend genossen sie ihre Ehrenrunde als „Bad in der Menge“.

Vollkommen verdient dann die feierliche Siegerehrung auf der Bühne im Innenraum, die von Sprecher Sebastian „Paddy“  Paddags moderiert wurde, und u.a. vom Tandem-Doppelweltmeister Werner Otto sowie des Sportlichen Leiters und Publikumslieblings der früheren Berliner Winterbahn Dieter Stein vorgenommen wurde.

Ganz große Klasse, Nicolas und Luca. Dieser Sieg ist äußerst clever und taktisch sehr klug und abgeklärt herausgefahren worden. Habt ihr euch wirklich verdient. Es war sehr spannend, euch an den drei Tagen zuzuschauen.

Wie eng es bei den folgenden Platzierungen zuging, mußten Reibsch/Leidert erfahren, als sie in der Schlußwertung mit doppelter Punktzahl ihren Ehrenplatz noch an das dänische Paar abtreten mußten und damit Dritte wurden.

Großes Pech hatte am letzten Tag Adrian Püschel. Erst gab es beim Punktefahren Abstimmungsprobleme mit seinem dänischen Partner, welcher zum Rundenverlust führte. Überhaupt war Adrian insgesamt der stärkere Partner, der aber trotz einiger Attacken allein wenig ausrichten konnte. Und dann passierte am Anfang des Madison beim Ablösen der Sturz. Püschel wurde dabei leicht verletzt und konnte nicht mehr weiterfahren. Sein Partner fuhr noch einige Runden mit, konnte aber allein, da kein anderer Fahrer zur Verfügung stand, nichts mehr ausrichten und gab schließlich entnervt auf.

Am Sonntag war in der U15 vom RSV 93 Louis Mohrin am Start, der aber leider nicht die Qualifikation zum Finale überstand und damit vorzeitig ausscheiden mußte.

 

Raimund Dinter

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